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Her Lucky Charm
Bonusszene

Rose
Vier Jahre später

»Genau so ist es!«, sagte Danny zu dem kleinen Mädchen an seinem Schreibtisch. »Wenn man die Festplatte mit dem Motherboard verbindet und das Ganze mit Strom versorgt, kann sie hochfahren …«
Lächelnd betrachtete ich die Szene in dem großen Zimmer. Es gab dutzende Tische in dem Lucky Girls Community Center, und jeder war mit einem Experten auf seinem bestimmten Gebiet besetzt. Nach so langer Zeit in Las Vegas wollte ich kleinen Mädchen helfen, die nicht so viel Glück hatten wie ich. Dies war ein Ort, an den sie nach der Schule kommen konnten, um in einem Fach unterrichtet zu werden, für das sie sich interessierten. Es waren die Art von Dingen, von denen kleine Mädchen nur selten die Gelegenheit bekamen, sie zu erlernen.
Endlich konnte ich all meine Wettgewinne für einen guten Zweck einsetzen.
Danny unterrichtete Grundlagen der Computerhardware. Drei kleine Mädchen tummelten sich um seinen Tisch und linsten in den Computer hinein. Er war so geduldig mit ihnen und erklärte, wozu jedes einzelne Teil der Hardware gut war.
Roman hatte seinen Tisch der Computersoftware und Trainingsprogrammen von Microsoft gewidmet. Vier Mädchen saßen vor Bildschirmen, während er ihnen erklärte, wie Excel funktionierte. Es sah sogar danach aus, als würde er ihnen beibringen, wie sie dort Formeln eintragen konnten.
Als er mich vorbeigehen sah, winkte er mir lächelnd zu.
Am nächsten Tisch brachte ein freiwilliger Mitarbeiter den Kindern Origami bei. Die nächste Station war etwas aufwendiger: Bill brachte einer ganzen Traube Mädchen bei, wie sie Holz mit verschiedenen Arten von Sandpapier bearbeiten konnten. Auf dem Tisch hinter ihm lag eine Vielzahl von Werkzeugen. Danach kam ein Bereich des Community Centers, der dem Schweißen und der Metallbearbeitung gewidmet war, der heute jedoch unbesetzt war, weil der freiwillige Mitarbeiter nur dienstags und donnerstags zum Unterrichten herkam.
Schließlich erreichte ich die hintere Ecke. Vic stand breitbeinig da und verlagerte sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen. Die Fäuste hielt er vor sein Gesicht.
»Haltet eure Hände oben, genau so«, erzählte er den sechs Mädchen, die vor ihm standen und seine Haltung nachahmten. »Wenn ihr zuschlagt, macht ihr das nicht nur mit eurem Arm. Ihr arbeitet mit dem ganzen Körper. Ihr müsst euch drehen, genau so.«
Er führte einen Schlag vor, und die Mädchen kopierten ihn.
»Ja! Genau so!«
»Wie läuft es mit deiner kleinen Armee?«, fragte ich.
»Das ist nicht meine Armee, Shamrock«, sagte er. »Ich stelle nur sicher, dass sie sich verteidigen können. Und sie sind allesamt Naturtalente. Schon bald werden sie die Jungs auf dem Spielplatz aufmischen können.«
»Der Zweck dahinter ist aber Selbstverteidigung«, bemerkte ich.
Vic grinste mich an. »Klar. Selbstverteidigung. Richtig, Mädels?« Er zwinkerte ihnen zu und sie kicherten.
Ich tippte auf meine Uhr. »Denk daran, sobald wir hier fertig sind, müssen wir los.«
»Meine Tasche ist schon gepackt, Shamrock.«
Die sechsunddreißig Mädchen beschäftigten sich weiter an ihren jeweiligen Stationen, bis ihre Eltern sie abholten. In der Woche hatten wir bis achtzehn Uhr geöffnet, damit die Eltern ihre Kinder nach der Arbeit abholen konnten, aber da heute Samstag war, hatten wir nur bis mittags geöffnet. Die meisten Mädchen umarmten mich, bevor sie gingen. Das wärmte mein Herz beinahe noch mehr als das Wissen, dass sie hier neue Fähigkeiten erlernten, die sie später in ihrem Leben gebrauchen könnten.
Es fühlt sich gut an, etwas von meinem Glück weiterzugeben, dachte ich, nachdem das letzte Mädchen gegangen war.
Wir räumten noch etwas auf, dann schlossen wir das Gebäude ab und aktivierten die Alarmanlage. Sobald alles erledigt war, eilten wir nach Hause, holten unser Gepäck und fuhren direkt zum Flughafen.
»Aufgeregt?«, fragte Roman mich, als wir im Flugzeug saßen.
»Und wie!«, sagte ich. »Es ist schon eine Weile her, dass wir in den Urlaub gefahren sind.«
»Für mich wird es nur ein weiterer Tag im Büro sein«, bemerkte Danny.
Vic schnaubte von der anderen Seite des Ganges. »Es geht nicht immer nur um dich, Kleiner. Shamrock braucht es.«
»Ich brauche es«, sagte ich.
Unser Flug nach Atlantic City verlief reibungslos und ohne Zwischenfälle. Ein Taxi brachte uns zu dem Hotel, das sich direkt am Boardwalk befand.
»Willst du dich erst ein bisschen im Zimmer entspannen?«, fragte Roman.
»Entspannen ist ein totaler Euphemismus«, sagte Danny. »Ich weiß, worauf Roman wirklich aus ist.«
»Tu nicht so, als würdest du es nicht auch wollen«, erwiderte Roman.
»Ich will nur sicherstellen, dass wir alle auf derselben Seite stehen.«
»Ich will Action!«, sagte ich grinsend. »Aber nicht mit euch. Lasst uns nach unten gehen!«
In Las Vegas hatte ich seit Jahren nicht mehr gezockt. Nicht seit jener Nacht. Es war zu riskant, sogar die Sportwetten. Ich wollte nichts tun, was die Aufmerksamkeit der Casinos auf mich ziehen könnte. Ich wusste, dass sie noch immer jeden meiner Schritte beobachteten.
Aber hier in Atlantic City …
Ich grinste breit, als wir das Casino betraten. Der Geruch erweckte ein Gefühl der Nostalgie in mir: frisch gereinigte Teppiche, das Filz der Kartentische und sogar der leichte Geruch nach Zigaretten. Videospiel-ähnlicher Lärm ging von den Spielautomaten aus.
»Was willst du als Erstes machen?«, fragte Roman.
»An die Automaten«, sagte ich. »Lasst uns ein Glücksrad suchen!«
In der hinteren Ecke entdeckten wir es. Das Rad wurde gerade von einem anderen Kunden belegt, also standen wir herum und warteten, bis er gegangen war. Ich setzte mich und fütterte die Maschine mit zwanzig Dollar. Der Bildschirm leuchtete auf und zeigte an, wie viel Geld ich noch übrig hatte.
Seit dieser Nacht in Vegas war mein Glück nicht zurückgekehrt. Es war verschwunden, für immer. Manchmal machte mich das traurig. Als hätte ich ein Bein verloren, verspürte ich manchmal sogar ein Phantomkribbeln. Ein Teil von mir war verschwunden und würde nie mehr zurückkommen.
Aber das machte das Spielen noch aufregender. Wenn man erwartete, jedes Mal zu gewinnen, wurde es langweilig. Jetzt freute ich mich mehr darüber, wenn die Spielautomaten einen Gewinn verkündeten, als es in Vegas je der Fall war.
Vic spielte an dem Automaten neben mir, während Roman und Danny mir beim Spielen zusahen. Nach ein paar Minuten ließ ich mir meinen Gewinn auszahlen und ging damit zum Black Jack über. Zehn Minuten später hatte ich meinen gesamten Gewinn wieder verloren.
»Als Normalsterblicher macht es weniger Spaß, was?«, neckte Danny mich.
»Ich habe sogar sehr viel Spaß«, sagte ich und drückte ihm einen Kuss auf die Wange. »Lass uns Craps spielen!«
Wir suchten uns einen Tisch, an dem genug Platz für uns alle war, dann gaben wir unsere Wetten ab. Ein anderer Spieler warf die Würfel, also kamen nur Nebenwetten in Frage. Den Come out roll gewannen wir, und dann gewann ich zwei der drei nächsten Würfe.
»Okay, ich bin raus«, sagte ich zu dem Croupier.
»Wirklich?«, fragte Roman. »Das waren nur ein paar Sekunden.«
»Ich höre auf, solange ich noch gewinne!«, sagte ich fröhlich.
Vic tätschelte meinen Rücken. »Cleveres Mädchen.«
Vic und Roman spielten noch etwas länger, dann suchten wir uns ein Restaurant, in dem wir zu Abend aßen und etwas tranken. Nach zwei Gin Fizzes war ich glücklich über unseren Urlaub.
»Es ist schön, mal aus der Stadt rauszukommen, auch wenn es nur ein weiteres Spieler-Paradies ist«, sagte ich.
Roman fuhr sich durch die dunklen Haare. »Früher bin ich durch meinen Job viel mehr gereist. Seit ich von Las Vegas aus arbeite, vermisse ich das irgendwie. Also ja, danke, dass du uns hierzu überredet hast.«
Vic hob sein Glas. »Und danke, dass du alles bezahlst, Shamrock.«
»Ihr Jungs habt so viel im Community Center geholfen«, sagte ich. »Dafür wollte ich euch danken.«
»Die Mädchen dort sind super«, erwiderte Vic. »Die meisten von ihnen wollen etwas lernen, aber ihnen wurde immer gesagt, dass sie das nicht könnten.«
»Das Lucky Girls Community Center zu eröffnen, war die beste Entscheidung deines Lebens«, sagte Danny. »Abgesehen davon, mit uns dreien auszugehen.«
»Das war auch eine verdammt gute Entscheidung, ja«, stimmte ich zu. Ich betrachtete die Eiswürfel in meinem Glas. »Euch mit den Mädels zu sehen … da kommt irgendwie der eigene Kinderwunsch auf.«
Stille legte sich über unseren Tisch. »Ist das dein Ernst, Shamrock?«, fragte Vic.
»Das gehört nicht gerade zu den Sachen, über die man Witze macht«, sagte Roman ernst. »Meinst du das wirklich so?«
Danny blinzelte schnell, während er auf meine Antwort wartete.
»Ich denke schon seit einer Weile darüber nach«, gab ich zu. »Euch Jungs mit diesen Mädchen zu sehen … Jetzt verstehe ich endlich, was Frauen meinen, wenn sie sagen, sie spüren ihre Eierstöcke zucken. Ich glaube, ich bin bereit für eine eigene Familie. Eine große Familie, mit euch allen. Wenn ihr auch dazu bereit seid, natürlich. Ich möchte nicht eure Pläne durchkreu–«
»Oh, Teufel, ja!«, unterbrach Vic mich und rutschte auf seinem Stuhl herum. Er schloss mich in eine feste Bärenumarmung. »Ich warte schon ewig darauf, ein Baby mit dir zu machen, Shamrock.«
»Wirklich? Das hast du nie erwähnt!«
»Roman und ich sind auch bereit«, sagte Danny. »Darüber haben wir tatsächlich schon vor ein paar Monaten gesprochen. Aber wir wollten abwarten, bis du es ansprichst.«
»Ich will eine ganze Horde Mädchen«, sagte Vic. »Am besten gleich fünf. Ein Basketballteam.«
»Ich bin mehr für Jungs«, sagte Roman. »Einen kleinen Roman oder Danny Junior.«
»Drei Jungs wären super«, sagte Danny mit einem breiten Grinsen.
»Hey, hey, hey«, sagte ich. »Acht klingt nach ziemlich viel. Wie wäre es, wenn wir uns erst mal auf eins konzentrieren, okay?«
»Wann willst du loslegen?«, fragte Roman.
»Na ja, zufällig habe ich meine Verhütungsmittel zu Hause vergessen. Sie sind noch in Vegas.« Ich nippte an meinem Drink, um mein Lächeln zu verbergen.
»Was hättest du gemacht, wenn wir nicht bereit gewesen wären, eine Familie zu gründen?«, fragte Danny.
»Ich schätze, dann wäre es ein sexloser Ausflug geworden«, sagte ich.
Vic stieß ein Lachen aus.
Roman stellte sein Glas ab und schmunzelte mich an. »Worauf warten wir dann noch? Gehen wir nach oben und machen uns an die Arbeit.«
Aufregung durchfuhr mich. »Aber wir haben noch nicht mal unser Essen bekommen.«
»Das Einzige, was ich verschlingen will«, knurrte Vic, »bist du, Shamrock.«
Ich warf einen Hundert-Dollar-Schein auf den Tisch und eilte mit meinen Männern in unser Hotelzimmer, begierig darauf, unsere eigene Familie zu gründen.

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Hat Trick

I’m the new physical trainer for the Atlanta Reapers hockey team.
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